Brüssel an einem Tag: Rundgang mit Karte
An einem Tag kann man locker das Wichtigste in Brüssel sehen und erleben. Das historische Zentrum, vielleicht ein Museum und noch die Aussicht. Nur das Atomium muss man extra machen, weil es so weit außerhalb liegt - vielleicht am Folgetag? Hier die Route, die wir mögen, für einen Tag in Brüssel:

Die Route auf einen Blick
Was wann?! Hier unser Vorschlag der Stationen, die wir sinnvoll finden. Das ist ein Vorschlag, kein Stundenplan! Wer mag, bleibt irgendwo länger oder verändert die Route, wie es passt! Es sind rund 6 km zu Fuß, über den Tag verteilt gut machbar.
- 10:00 – Grand Place
- 10:15 – Manneken Pis
- 10:30 – Choco-Story (Schokoladenmuseum) oder Belgian Beer World – hier heißt es wählen
- 12:15 – Mittagspause: Pommes bei Fritland
- 13:00 – Bummel durchs Zentrum: Comic-Wände und die Galeries Royales
- 14:30 – Kathedrale St. Michael und St. Gudula
- 15:00 – Mont des Arts (Aussicht)
- 15:30 – Place Royale und Palais Royal
- 16:00 – Sablon: Antiquitäten und Chocolatiers
- 16:45 – Marollen: Vintage und Street Art
- ab 18:00 – zurück zum Grand Place, wenn die Fassaden angeleuchtet werden
Vormittag: Zu Fuß im Zentrum
Start ist am Grand Place, das (barocke) Herz der Stadt. Morgens sind noch nicht so viele Reisegruppen hier, dann ist der Platz ganz angenehm. Ein paar Minuten nehmen, um die Zunfthäuser (mit ihren Figuren und Blattgold) und das Rathaus anzuschauen. Auch toll: Die Gassen rundherum oder in einer Chocolaterie wie Neuhaus oder Mary Pralinen kaufen / probieren.
Von hier sind es nur ein paar Minuten zum Manneken Pis. Er ist berühmter als groß (gerade mal einen halben Meter). Ein Foto, meist bleibt man hier nicht länger. Dafür gibt es ein paar Meter weiter in der Rue de l'Étuve das bekannteste Wandbild der Stadt von Tim und Struppi.
Wer die kleine Statue mag: Hier zwei weitere "Pis"-Figuren als Foto-Stopp:
- Das Hündchen Zinneke Pis an der Ecke Rue des Chartreux
- Die weibliche Jeanneke Pis in einer Gasse bei der Delirium-Bar
Museum: Schokolade oder Bier?
Jetzt heißt es wählen: Schokolade oder Bier? Beides an einem Tag ist viel, plant für eins etwa 1,5 Stunden ein.
Empfehlung: Choco-Story. Das Schokoladenmuseum liegt in der Rue de l'Étuve 41, also direkt neben Manneken Pis und der Tim-und-Struppi-Wand. Man erlebt mit Audioguide die Geschichte des Kakaos und dann führt ein Chocolatier live vor, wie belgische Pralinen von Hand entstehen. Und natürlich darf jeder kosten. Tickets für die Choco-Story gibt es hier*
Alternative: Belgian Beer World. Im prächtigen alten Gabäude der Börse (der Bourse) direkt am Grand Place liegt das interaktive Bier-Erlebnis. Der Rundgang dauert ca 90 Minuten und endet auf einer verglasten Dachterrasse mit 360-Grad-Blick über die Innenstadt. Die Aussicht lohnt sich wirklich und dazu gibt es ein Bier! Tickets für die Beer World gibt es hier*
Mittagspause: Pommes, was denn sonst?!
In Brüssel nennt man sie "Frites" und schmecken viel besser als bei uns: Dick geschnitten, zweimal frittiert, mit einer Soße nach Wahl (die Auswahl ist groß!). Die bekannteste Adresse im Zentrum ist Fritland in der Rue Henri Maus. Beliebt und bekannt, am Imbiss gibt es meist eine Schlange, die aber doch recht schnell geht. Wer es ruhiger mag, findet in den Gassen auch eine andere "Frituur", denn schlecht sind belgische Fritten selten.
Nachmittag: Bummeln, Aussicht und Königliches
Am Nachmittag geht es weiter mit viel Schlendern: Vom Grand Place führt der Weg über die Rue du Marché au Charbon, wo zwei weitere Wandbilder der Comic Strip Route zu finden sind: Broussaille, die erste bemalte Wand von 1991, und der britische Spion Victor Sackville.
Auf dem Weg liegt die Galeries Royales Saint-Hubert, sie ist eine der ältesten überdachten Einkaufspassagen Europas. Unter dem langen Glasdach reihen sich Chocolatiers, kleine Läden und Cafés.
Jetzt ist ein guter Moment für eine belgische Waffel im berühmten Maison Dandoy, das gibt es seit 1829 und hat einen Laden in den Galeries Royales. Tipp: Pur oder mit nur einem Topping bestellen, die Waffel selbst schmeckt zu gut.

Nicht weit ist es zur Kathedrale St. Michael und St. Gudula, der gotischen Bischofskirche mit ihren zwei markanten Türmen. Hier finden übrigens die königlichen Hochzeiten statt.
Mont des Arts und Königsviertel
Kurz vor dem königlichen Palast liegt der Mont des Arts: Von den Stufen (oben) hat man einen schönen Blick über die Gartenanlage und die Dächer der Unterstadt mit dem Rathausturm. Hier oben liegt auch das Magritte-Museum (bei Regen oder Lust auf Kunst).
Oben angekommen liegen die Place Royale und der Palais Royal direkt nebeneinander: Das ist der klassizistische Platz mit der weißen Kirche und direkt daneben der königliche Palast. Im Sommer (meist von Ende Juli bis Anfang September) kann man den Palast sogar besichtigen, den Rest des Jahres schaut man halt von außen.

Viertel zum Abschluss: Sablon und Marollen
Im Anschluss geht es durch zwei Viertel die einen schönen Kontrast bilden: Das vornehme Sablon und die quirligen Marollen.
An der Place du Grand Sablon liegt das elegante Brüssel mit Antiquitätenläden, Kunstgalerien und berühmten Chocolatiers (Pierre Marcolini oder Wittamer). In der Mitte steht die gotische Kirche Notre-Dame du Sablon aus dem 15. Jahrhundert, ein kurzer Blick hinein lohnt sich.
Etwas bergab liegt das Marollen-Viertel, es ist bodenständig, bunt und ein bisschen alternativ. Entlang der Rue Haute und Rue Blaes liegen Vintage-Shops und Cafés. Dazwischen findet sich immer wieder Street Art. Herzstück ist der Place du Jeu de Balle an dem jeden Tag vormittags ein Flohmarkt stattfindet (Hinweis: Der Markt ist allerdings nur bis mittags). Hier ist Brüssel so schön unaufgeräumt und ehrlich.
Abends zurück zum Grand Place
Wenn es dämmert, lohnt es sich nochmal zum Grand Place zu gehen. Am Abend werden die Fassaden angeleuchtet, und es sieht hier dann noch einmal ganz anders aus. Ein Bier in einer der Brasserien rundherum, dazu die beleuchteten Giebel. Wir stellen oder setzen uns auch gern auf das Kopfsteinpflaster und schauen dem Treiben oder Straßenkünstlern zu. Einfach nett hier, in Brüssel.
Wer noch weiter möchte: Rund um die Place de la Bourse und in der Delirium-Bar (große Bierkarte) geht abends noch was.
Praktische Tipps
- Museum vorab buchen. Für Choco-Story* und für Beer World* lohnt sich ein Online-Ticket, erspart die Schlange am Eingang.
- Bei Regen gibt es immer Museen oder die Galeries Royales, die überdacht sind.
- Noch einen Tag länger da? Dann gerne zum Atomium und dem benachbarten Mini-Europe im Norden.
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